Rheumatische Erkrankungen
Hashimoto-Thyreoiditis
Anhaltende Müdigkeit, Frösteln, Gewichtszunahme und Haarausfall werden oft mit „Ich bin gestresst" oder „Ich werde eben älter" abgetan. Dahinter kann jedoch eine Hashimoto-Thyreoiditis stecken — ein Zustand, der entsteht, wenn sich das Immunsystem gegen die Schilddrüse richtet.
Was ist sie?
Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse am Hals, die Hormone produziert. Bei Hashimoto nimmt das Immunsystem die Schilddrüse als fremdes Gewebe wahr und bildet Antikörper, was zu einer langsam fortschreitenden Entzündung und mit der Zeit zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt. Sie ist weltweit die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Bei Frauen tritt sie 4- bis 10-mal häufiger auf als bei Männern und wird meist um das 40. bis 60. Lebensjahr bemerkt.
Wodurch entsteht sie?
Genetische Veranlagung, Geschlecht/Alter (bei Frauen häufig, hormonell bedingt), Jodaufnahme (zu wenig oder zu viel), Selen- und Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, Darmgesundheit, Virusinfektionen und übermäßig hygienische Lebensbedingungen.
Symptome
Müdigkeit/Abgeschlagenheit, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung, trockene Haut/Haarausfall/brüchige Nägel, Muskelschmerzen/Gelenksteifigkeit, Vergesslichkeit, Stimmungsschwankungen, Zyklusstörungen, Schwellung am Hals (Kropf)/Schluckbeschwerden, Schwellungen im Gesicht und um die Augen.
Zusammenhang mit der Darmgesundheit
Bei Hashimoto-Patienten wurden im Vergleich zu gesunden Menschen deutliche Unterschiede in der Darmmikrobiota festgestellt. Es wird angenommen, dass dieses Ungleichgewicht den Boden dafür bereiten kann, dass das Immunsystem die Schilddrüse ins Visier nimmt; auch die Hypothese des „durchlässigen Darms“ wird diskutiert.
Mit welchen Erkrankungen kann sie gemeinsam auftreten?
Rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes, Zöliakie, Vitiligo, juvenile idiopathische Arthritis, perniziöse Anämie und andere Autoimmunerkrankungen.
Diagnose
TSH, freies T3/T4, Anti-TPO- und Anti-Thyreoglobulin-Antikörpertests, Schilddrüsen-Ultraschall. Bei erhöhten Antikörpern können die Hormonwerte lange normal bleiben — eine regelmäßige Nachbeobachtung ist wichtig.
Behandlung
Es gibt keine Behandlung, die sie vollständig beseitigt; mit einem ausgeglichenen Hormonhaushalt ist eine normale Lebensqualität möglich. Levothyroxin (bei bestehender Schilddrüsenunterfunktion, morgens nüchtern, getrennt von Eisen-/Kalziumpräparaten einzunehmen), Beginn mit einer niedrigen Dosis und Anpassung alle 6–8 Wochen, Selen-/Vitamin-D-Unterstützung, mindestens einmal jährlich eine Kontrolle.
Ernährung und Lebensstil
Es gibt keine spezielle „Wunderdiät“. Ausgewogene/wenig verarbeitete Ernährung, ausreichend Jod ohne Übertreibung, ein Versuch mit glutenfreier Ernährung (kann bei gleichzeitig bestehender Zöliakie nützlich sein), an Selen und Vitamin D reiche Lebensmittel, Stressbewältigung.
Realistische Erwartungen
Bei den meisten Menschen ist es ein lebenslanger Zustand, der jedoch mit der richtigen Behandlung und Nachbeobachtung bei normaler Lebensqualität gut zu handhaben ist. Die meisten, die mit Levothyroxin beginnen, bemerken innerhalb einiger Monate eine deutliche Besserung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich zur Diagnose und Behandlung unbedingt an einen Facharzt.
Literaturverzeichnis
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Häufig gestellte Fragen
Ist die Hashimoto-Thyreoiditis ansteckend?
Nein. Es handelt sich um eine vom Immunsystem ausgehende Krankheit, die nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Heilt Hashimoto vollständig aus?
Die Krankheit selbst ist in der Regel dauerhaft, aber mit einer Hormonbehandlung lassen sich die Symptome unter Kontrolle bringen und ein normales Leben führen.
Führt Hashimoto zu Gewichtszunahme?
Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann durch die Verlangsamung des Stoffwechsels zur Gewichtszunahme beitragen. Mit der Behandlung wird dieser Effekt weitgehend unter Kontrolle gebracht.
Beeinflusst Hashimoto die Schwangerschaft?
Ein unkontrollierter Mangel an Schilddrüsenhormonen kann das Risiko einer Fehl- und Frühgeburt erhöhen; deshalb ist die Kontrolle der Schilddrüse vor und während der Schwangerschaft wichtig.
An welchen Arzt sollte man sich bei Hashimoto wenden?
Es wird empfohlen, sich an einen Endokrinologen zu wenden; die erste Beurteilung kann auch von einem Facharzt für Innere Medizin vorgenommen werden.
Ist Hashimoto genetisch bedingt?
Eine familiäre Veranlagung spielt eine wichtige Rolle, aber die Genetik allein reicht nicht aus; auch Umweltfaktoren kommen ins Spiel.
Sind Hashimoto und Kropf dasselbe?
Nein. Kropf bedeutet eine Vergrößerung der Schilddrüse und kann viele Ursachen haben. Hashimoto hingegen ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einem Kropf führen kann.
Wird Levothyroxin lebenslang eingenommen?
Bei den meisten Patienten ja, aber die Dosis kann sich mit der Zeit ändern und wird durch regelmäßige Kontrollen angepasst.
Steht Hashimoto mit Stress in Zusammenhang?
Auch wenn er keine direkte Ursache ist, wird angenommen, dass chronischer Stress durch die Beeinflussung des immunologischen Gleichgewichts zu einer Verschlimmerung der Symptome beitragen kann.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich zur Diagnose und Behandlung unbedingt an einen Facharzt.
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